Einzelbildretusche
Software Restaurierung
Digitale Filmrestaurierung und Premastering
Weltweit wurden nach Schätzungen der Unesco von 1900 bis 1960 etwa 2,2 Milliarden Meter Film gedreht. Chemische Vorgänge auf altem Filmmaterial sowie physikalische Schäden durch früher verwendete Geräte haben im Laufe von Jahrzehnten dazu geführt, dass heute beinahe 90% der Stummfilme vor 1930 und 50 % aller vor 1950 produzierten Filme unwiederbringlich verloren sind. Bis in die achtziger Jahre hinein ist Filmmaterial angegriffen und mit Fehlern in Bild und Ton behaftet, die dem verwöhnten Rezipienten von heute weder als Kino- noch als Fernsehzuschauer zuzumuten sind. Ähnliches gilt auch für auf Videoformaten (Magnetbändern) aufgezeichnete TV-Formate.
Um diese Entwicklung einzudämmen, wird nicht nur auf dem Gebiet der Filmkonservierung geforscht, sondern auch im Bereich der digitalen Filmrestauration. Bisher konnte altes Filmmaterial nur mechanisch repariert und auf neues kopiert werden. Doch: Staub oder fehlende Bildteile werden in den neuen Film mitkopiert. Digitale Filmbearbeitungssysteme dagegen können den Schmutz und Beschädigungen herausfiltern und fehlende Bildteile und verblasste Farben wieder herstellen.
Für die digitale Wiederaufbereitung des Materials besteht ein großer Bedarf. Denn Filme sind einerseits ein Teil des kulturhistorischen Erbes, das es zu erhalten gilt. Andererseits sind sie aber auch ein wichtiger Rohstoff für die zahlreichen TV-Sender und sonstigen Vertriebswege. Insbesondere die DVD führt zu einem neuen Interesse der Filmliebhaber an den Highlights der Filmgeschichte und zu einem Neuerscheinen vieler Filme.
Im Laufe des letzten Jahres sind digitale Filmrestaurierungstools auf den Markt gekommen, die zum Teil eine automatisierte Fehlerbeseitigung bewältigen oder halbautomatische, rechnergestützte Verfahren bereit stellen. Zudem gibt es die bewährten Methoden der digitalen Retusche.
Digitale Filmrestaurierung: Ein Projekt von TeleFactory und der ILB
Arbeitsprozesse, die sich auch um das alte Filmerbe kümmern, sind am traditionsreichen Standort Babelsberg am richtigen Platz. Im Jahr 2005 hat TeleFactory deshalb mit Unterstützung der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und EU-Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe ein Projekt gestartet, das die zur Verfügung stehenden Verfahrensweisen bei der digitalen Filmrestauration verifizieren und in einen Workflow integrieren sollte, der entsprechend des Anspruches (z.B. Archivierung, TV- oder Kinoauswertung, DVD-Encoding) den jeweils optimalen Arbeitsprozess einschlägt. Im Endergebnis können wir sowohl effektive und kostengünstige Echtzeitrestaurierungsverfahren für die DVD Veröffentlichung und TV-Ausstrahlung als auch die hochqualitative und hochauflösende Restaurierung in 2K anbieten.
Die Ergebnisse des Projektes finden sich in einer Diplomarbeit unseres Mitarbeiters Mario Hartz. Die Arbeit in der Hochschulbibliothek in Mittweida ist über das Fernleihnetz des deutschen Bibliothekenverbandes ausleihbar.
Das Projekt ist eine wichtige Erweiterung des Babelsberger Dienstleistungsspektrums. Nicht nur gibt es in Babelsberg und Berlin betroffene Archive, sondern es ergänzt vor Ort vorhandene Angebote anderer Firmen: die Vorstufe (Filmreinigung, Abtastung, Digitalisierung) und die Nachbearbeitung (Ausbelichtung). Um alle Leistungen anbieten zu können, arbeiten wir dabei auf dem Studiogelände in der Arbeitsgemeinschaft „CineSave“ zusammen. Der Arbeitsprozess umfasst auch die Restaurierung des Tones und seine Aufbereitung für die heutigen Ansprüche (Dolby 5.1. Surround).
Interessenten können eine DVD mit Restaurierungsbeispielen bestellen:
info@telefactory.com
„Filmrestaurierung“ - Download als PDF












